Do. Aug 11th, 2022

Viele Straftäter leiden unter seelischen Störungen und sind damit in Behandlung. Studien haben dabei gezeigt, dass Rückfälle der Kriminalität seltener sind, wenn die Krankheit mit Medikamenten, den sogenannten „Antipsychotika“ gut behandelt wird. Diese Erkenntnis lässt den Schluss zu, dass Straftäter unter dem Einfluss de Mittel zahmer sind. Ob dem wirklich so ist, hat eine Studie jetzt analysiert.

Studie analysiert Straftäter

Dafür nutzte man das schwedische Gesundheitsregister und sah dort nach Männern und Frauen, die zwischen den Jahren 2006 und 2009 Antipsychotika und/oder Stimmungsstabilisierer genommen hatten. Dabei kam man auf rund 83.000 Patienten, wobei Frauen und Männer nahezu gleich so oft vertreten waren. Nun zog man das schwedische Polizeiregister hinzu und sah für jede Person nach, ob und wann sie einmal straffällig geworden war. Hier war wie erwartet ein Geschlechterunterschied sichtbar.

Rund 2.600 Männer hatten insgesamt 4.200 Straftaten begangen; bei den Frauen waren es 600 Täterinnen und 800 Delikte. Der Blick auf den Zusammenhang mit Antipsychotika zeigte einen Rückgang der Kriminalität, wenn die betreffende Person gerade unter dem Einfluss der Medikamente stand. In dieser Zeit sank die Quote mit 45 Prozent um fast die Hälfte. Neben den Antipsychotika achteten die Forscher auch auf Stimmungsstabilisierer. Auch hier war ein Rückgang der Kriminalität unter Medikamenteneinnahme aufgetreten. Die Quote war mit 25 Prozent allerdings nur um ein Viertel gesunken.

Gewaltbereitschaft hängt mit Dosis zusammen

Als „medikamentenfrei“ galt ein Patient immer dann, wenn er mindestens vier Monate keine Mittel hatte einnehmen müssen. In beiden Fällen war die Gewaltbereitschaft umso niedriger, je höher die Dosis der Medikamente war. Das spricht klar für mehr als nur einen Zufall.

Wie erwartet, war die zähmende Wirkung der Antipsychotika bei den Patientin am größten, die nachweislich unter einer Schizophrenie litten. Die Stimmungsstabilisierer wirkten dagegen am besten bei Menschen mit einer bipolaren Störung.

Quelle: paradisi.de

Von Sebastian

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