Erfahrungsbericht: Anti-Schamtraining

Von den Anti-Scham-Übungen habe ich verschiedene gemacht. Z. B. habe ich, als ich auf dem …..platz stand, gefragt, wo der …..platz ist und als man mir geantwortet hat, ich stünde auf dem …..platz, noch gefragt wo denn dann die Bahnstation ist, obwohl ich nur 30 Meter von ihr entfernt stand.

Am nächsten Tag habe ich dann Passanten gefragt, ob sie mir sagen könnten, wie die deutsche Bundeskanzlerin heißt.

Und am darauf folgenden Tag habe ich Passanten gefragt, ob sie einen Euro für mich hätten.

Fazit: Es war eine ganz schöne Überwindung die Leute (in Gedanken an Sie habe ich pro Tag jeweils angesprochen:-)) anzusprechen und ich habe erst „einige vorbeiziehen lassen“, bevor ich dann endlich gefragt habe. Die Leute haben aber nicht entsetzt reagiert, sondern eher nett oder überrascht. Als ich nach dem Euro gefragt habe, haben zwei von dreien sich sogar entschuldigt, dass sie mir kein Geld geben. Und als ich nach der Bundeskanzlerin gefragt habe, hat ein Typ gelacht und gefragt, ob ich die Frage ernst meinen würde, aber ich habe dann einfach geantwortet , ich wüsste es wirklich nicht. Ich habe mir vorher gar keine Gedanken gemacht, wie die Leute wohl reagieren würden, sonder fand es eigentlich nur peinlich, aber im nachhinein, hat der Großteil aufgeschlossen und freundlich reagiert und es war ganz witzig.

Shame-attack-Übungen
(= SÜ.) [engl. shame-attack excercises], [KLI], eine SÜ. ist ein ursprünglich im Rahmen der rational-emotiven Therapie (rational-emotive Therapie) entwickeltes Verhaltensexperiment, bei dem ein Patient zuerst aufgefordert wird, vorherzusagen, wie die Umwelt auf ein bes. absurdes oder beschämendes Verhalten (z. B. eine Gummiente durch die Fußgängerzone ziehen, eine Person nach dem Weg zu einem bekannten Gebäude fragen, vor dem man gerade steht) reagieren wird. Das Verhalten soll dann auch ausgeführt werden. Die SÜ. dienen dazu, katastrophisierenden Überzeugungen (Kognition) bzgl. peinlichen Verhaltens zu korrigieren und werden am häufigsten im Rahmen der Behandlung einer soz. Angststörung (Angststörungen, soziale Phobie) eingesetzt. Verhaltenstherapie, kognitive Verhaltenstherapie.

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