Tandem-Teams wollen Depressiven Mut machen

Die Krankheit Depression ist seit dem Suizid des früheren Fußball-Nationaltorhüters Robert Enke zwar stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Betroffene müssen aber nach wie vor mit vielen Vorurteilen zurechtkommen. Gruppen von Sportlern wenden sich mit einer ungewöhnlichen Aktion gegen die Stigmatisierung von unter Depressionen leidenden Menschen: Sie unternehmen Fahrrad-Touren durch die Republik, treffen dabei täglich Journalisten und andere Interessierte und berichten von ihrem Umgang mit der Erkrankung. In Dormagen macht eine dieser Gruppen auf dem Weg von Münster nach Aachen am Nachmittag des Pfingstmontag Station.

Es handelt sich um sechs Sportler mit und ohne Depressionserfahrung. Aufmerksamkeit dürfte ihnen gewiss sein: Die Sportler radeln auf drei Tandems durch die Chemiestadt. Insgesamt machen in Deutschland 24 Tandem-Teams mit bei der Aktion, die unter dem Namen „Mini-Mutmach-Tour“ firmiert. In diesem Jahr gibt es acht kleinere Etappen statt einer großen Tour, die erst wieder für 2016 vorgesehen ist. Die Teams wollen dabei deutlich machen, dass es wichtig ist, offen über Depressionen zu reden – und dass Sport bei der Bewältigung der Krankheit helfen kann.

„Anders als in den Vorjahren haben wir uns 2015 für das Mini-Tour-Konzept entschieden, um das Mitfahr-Angebot möglichst niedrigschwellig zu halten“, erklärt Sebastian Burger, der Initiator der Tour. So trauten sich deutlich mehr Menschen zu, für einen kurzen Zeitraum miteinander die Natur zu erleben und sich zu bewegen. Darüber hinaus benötige man für das Mitradeln deutlich weniger Urlaubstage, sagt Burger.

Depressionen sind in den meisten Fällen heilbar und können gut behandelt werden. In Deutschland leiden etwa vier Millionen Menschen an einer depressiven Störung.

Quelle: ssc

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