Soziale Phobie: Therapieform Empfehlung

Soziale Phobie Therapieform Empfehlung

Hast du Angst in Situationen, in denen du befürchtest, dass andere Leute negativ über Dich urteilen könnten, Dein aussehen kritisieren könnten oder Dein Verhalten als dumm, peinlich oder ungeschickt ansehen könnten?

Dann leidest du wahrscheinlich unter einer Sozialen Phobie.

Soziale Phobie F40.1- Kurzbeschreibung

Die Patienten haben vor Situationen Angst, in denen sie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen – z.B. haben sie Angst vor dem Sprechen in der Öffentlichkeit, vor Vorgesetzten, Behördengängen, Kontakten mit dem anderen Geschlecht und anderen Situationen. Dabei befürchten sie, sich peinlich oder ungeschickt zu Verhalten oder negativ bewertet zu werden.

Suche einen Facharzt auf

Um sicher zu gehen das du an einer sozialen Phobie leidest wende dich an einen Psychologischen Psychotherapeuten, einen entsprechenden Facharzt oder einen anderen qualifizierten Diagnostiker.

Durch eine frühzeitige Behandlung kann die Lebensqualität mit Angststörungen deutlich gebessert werden.

Welche Medikamente werden bei einer Sozialen Phobie Empfohlen?

SSRIs
Patienten mit einer sozialen Phobie sollten die SSRIs Escitalopram, Paroxetin oder Sertralin angeboten werden.

Escitalopram Tagesdosis 10-20 mg
Paroxetin Tagesdosis 20-50 mg
Sertalin Tagesdosis 50-150 mg

SNRI
Patienten mit einer sozialen Phobie soll der SNRO Vanlafaxin angeboten werden.

Venlafaxin Tagesdosis 75-225 mg

Moclobemid kann Patienten mit einer sozialen Phobie angeboten werden, wenn Therapien mit SSRIs oder SNRI unwirksam oder nicht vertragen wurden.

Benzodiazepine sollen bei einer Sozialen Phobie nicht angeboten werden. Trotz nachgewiesener Wirkung werden Benzodiazepine nicht zur Behandlung der Sozialen Phobie empfohlen. In Ausnahmefällen (z.B. schwere kardinale Erkrankungen, Kontraindikationen für Standardmedikamente, Suizidalität, kurzfristige Behandlung vor Prüfungssituationen, Bewerbungsgesprächen u.a) können Benzodiazepine unter sorgfältiger Risiko-Nutzen-Abwägung angeboten werden.

Wann wirken Antidepressiva?
Die Wirkung von Antidepressiva setzt mit einer Latenz von etwa 2 Wochen ( 1- 6 Wochen) ein.

Mögliche unerwünschte Wirkungen:
– Bei der Behandlung mit SSRIs oder SNRIs: Unruhe und Schlaflosigkeit in den ersten Tagen der Behandlung; sexuelle Dysfunktionen; Absetzphänomene

Welche Behandlungsmethode wird bei einer Sozialen Phobie Empfohlen?
Patienten mit einer sozialen Phobie soll eine Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) Angeboten werden. Wenn sich eine Kognitive Verhaltenstherapie nicht als wirksam erwiesen hat, nicht verfügbar ist oder wenn eine diesbezügliche Präferenz des informierten Patienten besteht sollte eine psychodynamische Psychotherapie angeboten werden.

Selbsthilfe mit Büchern/Selbstexposition
In einer Studie waren Selbstexposition und Selbstexposition + therapeutengestützte KVT wirksamer als eine Warteliste (Salaberria u. Echeburua, 1998); zwischen den beiden Therapieformen wurde kein Unterschied gefunden; die Power der Studie reichte nicht für einen Non-inferority-Vergleich zwischen bei beiden aktiven Gruppen aus.

Internet/Computer-basierte nicht-therapeutengestützte KVT
In Deutschland darf eine Psychotherapie ohne vorherigen Kontakt mit einem Psychotherapeuten/Arzt von Angesicht zu Angesicht aus rechtlichen Gründen nicht durchgeführt werden. Bei Patienten mit einer sozialen Phobie können zur Überbrückung bis zum Therapiebeginn oder als therapiebegleitende Maßnahme therapeutengestützte, auf der KVT basierende Interventionen mithilfe von Büchern, Audiomaterial, Computern oder Internet im Sinne einer Anleitung zur Selbsthilfe angeboten werden (KKP).

Wirkt Psychotherapie besser oder schlechter als Medikamente?
Neun Studien können zu diesem Vergleich herangezogen werden:
1 Studie  zeige die Überlegenheit des irreversiblen Mao-Hemmres Phenelzin gegenüber einer Gruppen-KVT (Blanco et al. 2010).
in 1 Studie war Phenelzin rascher wirksam und auf einigen Sklaen besser wirksam als Gruppen-KVT (Heimberg et al. 1998)
In 1 Studie wurden nur Patienten, die den SSRI Sertralin erhielten, gegenüber Placebo signifikant gebessert, nicht aber die Patienten, die mit Exposition behandelt wurden (Blomhoof et al., 2001) In der Studie wurde die Expositionstherapie nicht von erfahrenen Verhaltenstherapeuten durchgeführt.
2 Studien mit Fluxetin zeigten widersprüchliche Ergebnisse. In einer Studie war KVT besser wirksam als Fluoxetin (Clark et. al., 2003). In dieser Untersuchung wurde kein Haupteffektivitätskriterium angegeben und keine Bonferroni-Korrektur angewendet. Foulten ist kein für soziale Phobie zugelassendes Medikament. In einer Studie war es nicht wirksamer als Placebo (Kobak et al. 2002). Es ist also nicht unbedingt für den Vergleich geeignet.
in 1 Studie waren Fluoxetin und KVT gleich wirksam (Davidson et al., 2004c)).
Studien mit dem RIMA Moclobemid zeigten widersprüchliche Ergebnisse. Eine Untersuchung hatte ein kompliziertes Ergebnis: weder KVT noch Moclobemid waren besser wirksam als Placebo, aber KVT war besser als Moclobemid (Oosterbann et al., 2001) Moclebemid war in einer Untersuchung nicht besser als Placebo (Noyes et al., 1997) und zeigte in einer anderen nur marginale Effekte (Schmeier et al., 1998), ist also nicht für den Vergleich geeignet.
In 1 Studie war KVT + Pillenplacebo besser wirksam als Moclobemid (Prasko et al. 2006).
Zusätzlich muss noch eine einfachblinde Studie erwähnt werden, bei der Clonazepam mit Gruppen-KVT verglichen wurde. Die Sklaven wurden durch blinde Rater erhoben. Die Stichprobe war recht klein. Bei Therapieende waren die Behandlungen auf einem der beiden Haupteffiziensmaße (CGI-S) nicht signifikant unterschiedlich. Beim 1. Haupteffizienzmaß war Clonazepam überlegen; ebenso auf zwei anderen Patientenskalen (Otto et al., 2000). Clonazepam ist ein Benzodiazepin, das nicht für die Routinetherapie empfohlen wird.

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