Soziale Phobie als komorbide Störung bei Abhängigkeitserkrankungen

pdfGemäss Alvan Feinstein verstehen wir unter Komorbidität das gleichzeitige Vorliegen von zwei oder mehreren klinischen Störungen einer Person (Feinstein, 1970). Unter den Angststörungen ist die soziale Phobie generell die am wenigsten erforschte und offenbar am meisten missverstan- dene Entität (Judd, 1994). Bereits Marks und Gelder sahen als Kernstück der Störung die sub-jektive Angst, im Beisein anderer lächerlich zu wirken (Marks und Gelder, 1966). Liebowitz und Kollegen verdeutlichen, dass sich die soziale Phobie im Gegensatz zur Angst bei Panikstörungen oder Agoraphobien nur auf die Angst vor prü- fender Betrachtung und Bewertung durch andere bezieht (Liebowitz et al., 1985). Schon Hippo- crates hat wohl einen Patienten mit sozialer Phobie therapiert. So berichtet Robert Burten in «Anatomy of Melancholy» von einem der Patien- ten Hippocrates’, «… der wegen Scheuheit, Misstrauen und Aengstlichkeit nie andernorts gesehen werde, gerne in der Dunkelheit lebe, weder das Licht ertrage noch an hellen Plätzen sitzen könne, seinen Hut immer in die Stirn gezogen habe, weder jemanden sehen, noch gesehen werden wolle, sich nicht in Gesellschaft traue aus Furcht, er könnte fehl am Platz, unbeholfen in Gesten und im Sprechen oder krank sein und der denke, dass jedermann ihn beobachte» (Burten, 1845).
Im folgenden soll nach einer Kasuistik ein Überblick über Prävalenz, Ätiologie, Pathogenesen, Verlauf, Prognose und Therapie dieser Störung sowie deren Einfluss auf andere, gleichzeitig vorliegende psychiatrische Entitäten mit Schwergewicht auf die Substanzenabhängigkeit dargestellt werden.

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