Sigmund Freud und die Angst

1000509261001_1980656760001_BIO-Biography-Sigmund-Freud-LFFreud war einer der ersten, der sich systematisch mit den Ursachen von schweren Ängsten beschäftigte und der bereits verschiedene Erscheinungsbilder differenzierte, etwa die „phobische Neurose“ (heute Phobien und Agoraphobie), chronische Angstzustände (heute Generalisierte Angststörung) und „frei flottierende Angst“ (heute Panikstörung).

Allerdings änderte er seine Auffassungen von Ängsten im Laufe der Zeit mehrfach. Während er erst davon ausging, dass Angstanfälle – die man heute als Panikattacken bezeichnen würde – körperlich bedingt sind, ging er in seiner „Ersten Angsttheorie“ von 1894 davon aus, dass unterdrückte (verdrängte) sexuelle Triebregungen in Angst umgewandelt werden. Mitte der 20er Jahre gab Freud diese Theorie vom Luststau auf und entwickelte die „Zweite Angsttheorie“. In dieser sind das „Es“, der Bereich der Triebe, und das „Über-Ich“ als Gewissen, in dem unsere Moralvorstellungen stecken, entscheidend. Das „Es“ will im Grunde nur futtern, trinken und Sex, während das „Über-Ich“ das quirlige „Es“ immer wieder in seine Schranken weist und ihm alles vermiest: „Iss nicht zu viel, das ist ungesund; Sex ist igitt, schäm’ Dich für Deine Gelüste…“ Angst wird hier verstanden als Konflikt zwischen „Es“ und „Über-Ich“. Die Kämpfe zwischen den beiden Kontrahenten können sich dann im „Ich“, der bewusst wahrnehmenden Instanz, in Angstsymptomen äußern.

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