Krankhafte Angst ist heilbar

Häufiges Herzrasen, Schwindel, Schlafstörungen und ein Gefühl des Ausgeliefertseins sind Anzeichen einer Angststörung. Unbehandelt kann sie sich verselbstständigen und das Leben der Betroffenen und Angehörigen zur Qual machen. Doch den Patienten kann geholfen werden. Wichtig ist dabei: Je früher sie erkannt und therapiert wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Manche Menschen können aufgrund ihrer Ängste kein normales Leben mehr führen. “Oft wird die Angst vor der Angst zum beherrschenden Thema, das Betroffenen die Lebensfreude nimmt und ihre allgemeine Zuversicht negativ beeinflusst. Viele reagieren mit Rückzugsverhalten, vermindern ihre Aktivitäten und reduzieren ihre sozialen Kontakte”, erläutert Borwin Bandelow, Professor für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Göttingen. “Auch erhöht sich das Risiko für zusätzliche Erkrankungen wie Depressionen oder Suchterkrankungen. Je früher eine Angststörung erkannt und therapiert wird, desto besser sind die Behandlungsaussichten.” Die Betroffenen haben sehr gute Chancen, ihre Ängste durch professionelle Hilfe zu überwinden: “Mit Hilfe psychotherapeutischer Verfahren und Medikamenten können Panikattacken, generalisierte Angst und soziale Phobien bei Patienten vermindert oder völlig abgebaut werden”, betont Prof. Bandelow. “Im Zentrum einer Verhaltenstherapie steht zum einen die Angst zu reduzieren. Zum anderen werden Betroffenen Angstbewältigungsstrategien vermittelt, die sie selbst einsetzen können. Menschen können lernen, eine Angstsituation realistisch zu bewerten, Angst auszuhalten und auch, dass Angst und die damit verbundenen Symptome wie beispielsweise Herzrasen, Beklemmung und Schwindel von alleine abklingen. Zusätzlich können Angstsymptome und körperliche Begleiterscheinungen durch Medikamente positiv beeinflusst werden.”
Angststörungen machen sich meist im frühen Erwachsenenalter bemerkbar. Sie sind die häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland. Mindestens jeder achte Deutsche ist im Verlauf seines Lebens davon betroffen.

Quelle: Medical Press

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