Behandlungsmethoden bei Phobien und anderen Angsstörungen

Über sechs Jahre hinweg sammelten 20 Fachgesellschaften wissenschaftliche Daten zu Behandlungsmethoden bei Phobienbig_24656880_0_508-366und anderen Angsstörungen und werteten sie aus. Von Agora- bis zur Zahnarztphobie – folgende Standards empfiehlt die Leitlinie:

Psychotherapie: Die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) gilt als Top-Methode und sollte die erste Wahl sein. Zahlreiche hochwertige Studien bescheinigen dem Therapieverfahren Wirksamkeit. Nur wenn es der Wunsch des Patienten ist oder wenn die KVT nicht wirksam oder verfügbar ist, raten die Experten zur analytischen oder tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie. Diese Verfahren wirken, aber nicht so gut wie die KVT und die Studienlage dazu ist bisher nicht aussagekräftig genug. Auch zu Gruppentherapien gibt es wenige Erkenntnisse. Als Ergänzung einer Einzelbehandlung scheint sie aber sinnvoll.

Internettherapie: Online-Psychotherapien genießen zwar derzeit viel Aufmerksamkeit, doch Studien zu ihrer Wirksamkeit konnten das Expertengremium wegen methodischer Schwächen nicht überzeugen. Die Verfahren seien auch ethisch diskutabel, zudem würden Krankenkassen keine Methoden bezahlen, die komplett auf den persönlichen Kontakt von Therapeut und Patient verzichten. Für das Überbrücken von Wartezeiten bis zum Beginn der Face-to-Face-Therapie könnte ihr Einsatz jedoch hilfreich sein.

Medikamente: Bisher verschreiben Mediziner in mehr als der Hälfte aller Fälle Benzodiazepine gegen Angststörungen. Von diesen Schlafmitteln, die abhängig machen können, rät die Leitlinie jedoch ausdrücklich ab. Spezielle Antidepressiva werden stattdessen als Medikamente erster Wahl eingestuft. Oft wird angenommen, dass Medikamente die Wirkung der KVT herabsetzen könnten. Das bestätigt die Leitlinie nicht. Sie rät je nach Schwere der Erkrankung zu einer Kombination von Psychotherapie und Medikamenten.

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