Angststörungen: Wie kann die Behandlung durch den Hausarzt verbessert werden?

Studie „Jena-Paradies“ wird am 10. Juni in Berlin vorgestellt / Rund zehn Millionen Deutsche betroffen

Fast zehn Millionen Deutsche leiden an Angsterkrankungen. Nicht selten werden diese Patienten allerdings ausschließlich durch ihren Hausarzt behandelt. Mit bis zu sieben Prozent zählen Angsterkrankungen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in den Hausarztpraxen. Wie diese ambulante Behandlung der Patienten verbessert werden kann, wird am 10. Juni in Berlin diskutiert.

Anlass ist die Vorstellung der Ergebnisse der Langzeitstudie „Jena Paradies“. Dabei ging es um die Fragestellung, wie die hausärztliche Behandlung von Angststörungen durch gezielte Betreuung über den Praxisbesuch hinaus verbessert werden kann. „Dazu wurde mit den Praxisteams ein spezielles strukturiertes Übungsprogramm entwickelt. Der Hausarzt weist den Patienten in das Programm ein, dass dieser selbständig, begleitet von regelmäßigen Anrufen, unter ärztlicher Aufsicht absolviert. Zudem erhielten alle Praxisteams eine entsprechende Fortbildung“, erklärt Prof. Dr. Jochen Gensichen, Direktor des Institutes für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Jena (UKJ). Dort wurde die deutschlandweite Studie seit 2012 mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durchgeführt. An der Studie nahmen 73 Hausarztpraxen mit 419 Patienten teil.

Unter dem Titel „Der Angst entgegen, freier leben“, werden die Ergebnisse am 10. Juni 2016 in Berlin vorgestellt und diskutiert – bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) und der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Prof. Dr. Ferdinand M. Gerlach, Präsident der der DEGAM: „Es wird nun auch darum gehen, die richtigen Schlussfolgerungen aus der Studie zu ziehen. Etwa ob das Thema Angststörungen im Rahmen der ärztlichen Weiterbildung einen größeren Stellenwert einnehmen muss und auch darum, wie die Studienergebnisse in die Regelversorgung einfließen können.“ Auch die Zusammenarbeit zwischen Hausärzten und Psychiatern wird am 10. Juni Thema sein, erklärt Dr. Iris Hauth, Präsidentin der der DGPPN : „Die bessere Zusammenarbeit zwischen Hausärzten und den weiterbehandelnden Fachärzten ist für jeden Patienten wichtig. Das betrifft gerade auch die Patienten, die unter psychischen Erkrankungen leiden.“

Hinweis:
Zur Tagung am 10. Juni sind Sie herzlich eingeladen. Erforderlich ist eine Anmeldung per E-Mail an: allgemeinmedizin@med.uni-jena.de.

Termininformation:
10. Juni 2016, 11:00 bis 16:30: „Der Angst entgegen, freier leben! Hausärztliche Behandlung und Case Management bei Panikstörungen und Agoraphobie“, Symposium zur Studie „Jena-Paradies“
Ort: Hotel Aquino Tagungszentrum, Hannoversche Strasse 5b, 10115 Berlin-Mitte

Weitere Informationen zur Studie und Kontakt:

www.allgemeinmedizin.uni-jena.de
Prof. Dr. Jochen Gensichen
Universitätsklinikum Jena
Institut für Allgemeinmedizin
07743 Jena, Bachstraße 18
Tel.: 03641/9 39 58 00
Fax: 03641/9 39 58 02
E-Mail: Jochen.Gensichen@med.uni-jena.de

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