ANGSTSTÖRUNGEN, PANIKATTACKEN, PHOBIEN

Wozu ist Angst da? 
Angst ist uralt und ein wichtiges Alarmsignal unseres Körpers. Dank ihr überlebten unsere Vorfahren, flüchteten zum Beispiel rechtzeitig vor wilden Tieren. Sie bewahrt uns davor, zu hohe Risiken einzugehen.

Was ist Angst krankhaft?
Wenn die Angst sich verselbstständig, man Angst hat, wo gar keine Gefahr ist und darunter leidet.

Wie viele Menschen leiden unter krankhafter Angst?
9 Prozent der Männer und 19 Prozent der Frauen in Deutschland.

Wieso sind Frauen häufiger betroffen als Männer?
Die Gene spielen sicher eine Rolle. Daneben gibt es auch soziale Faktoren wie die Erziehung. Jungs werden eher zum Risiko ermuntert, Mädchen eher zur Vorsicht gehalten.

Was sind typische Angstsymptome?
Der wichtigste Teil des Angstsystems im Gehirn ist ein Gebiet, das man Amygdala nennt. da wird sehr schnell entschieden, ob es eine Sinneswahrnehmung – etwas das Bild eines Tieres – Gefahr oder Nicht-Gefahr bedeutet. Bei Gefahr stellt es den Körper auf Kampf und Flucht ein. Die Natur hat das Angstsystem so programmiert, dass es lieber einmal zu viel warnt als einmal zu wenig.

Was sind die häufigsten Ängste?
Eine spezifische Phobie, etwas Angst vor bestimmten Tieren, haben etwas 9 Prozent der Bevölkerung, soziale Phobie ungefähr 7 Prozent, Panikstörung, häufig verbunden mit Platzangst, 4 Prozent und die generalisiert Angststörung insgesamt 3 Prozent der Menschen. Manchmal treten auch mehrere Angststörungen zusammen auf.

Was ist eine generalisierte Angststörung? 
Angst wird zum bestimmenden Lebensgefühl. Betroffene machen sich ständig Sorgen, befürchten für sich und ihre Angehörigen immer das Schlimmste. Hinzu kommt oft Nervosität, Verspannung, Schmerzen,

Was ist eine Phobie?
Eine Angst vor bestimmten Situationen und Objekten. Zum Beispiel Höhenangst, Spinnenangst oder Angst vor dem Aufenthalt in geschlossenen Räumen. Betroffene meiden die Angstauslöser, entwicklen eine Angst vor der Angst, schränken ihr Leben so zunehmend ein.

Was verstehst man unter einer Panikattacke? 
Ein Plötzlicher Angstanfall, der oft wie aus dem Nichts kommt. Betroffene erleben typische Angstsymptome wie starkes Herzklopfen. Diese lösen nochmals Angst aus, durch Gedanken wie „Oh Gott ich bekomme einen Herzinfarkt“ Damit steigert sich die Angst zur Panik.

Kriegt man die Angst allein wieder weg?
Möglich. Aber wenn die Angst schon ein Problem ist, ist es ratsam, frühzeitig professionelle Hilfe zu suchen. Aus Scham tun das leider viel zu wenige. Denn am Anfang kann man eine Angsterkrankung leicht behandeln.

Wie therapiert man Ängste?
Grundidee ist, sich den Ängsten zu stellen. Man bespricht Situationen, die Angst machen und überprüft Befürchtungen. Schritt für Schritt wird versucht, wieder in die Angstsituation hineinzugehen. Auch in Begleitung des Therapeuten. Wichtig: Man verlässt die gefürchtete Situation erst, wenn das Angstgefühl wieder abnimmt.

Was hilft noch in der Angsttherapie? 
Der Patient muss Experte für seine eigene Krankheit werden. Dazu gehört, ihm klarzumachen, dass Angstsymptome wie Herzklopfen nicht lebensgefährlich sind. Auch wichtig: das Erlernen von Entspannungsmethoden, wie der Progressiven Muskelrelaxation.

Können auch Medikamente helfen?
Ja, wenn der Patient schwer krank ist oder auf Psychotherapie nicht anspricht. Bewährt haben sich bestimmte Antidepressiva.

Was hilft gegen Kinderängste, wie die vor Monstern unterm Bett?
Eltern sollten die Kinder ernst nehmen, sie nicht auslachen und am besten mit dem Kind gemeinsam überlegen, was man machen kann. Ein Vorschlag: ein Minischwert gegen Monster neben das Bett legen.

Was hilft gegen Versagensangst, zum Beispiel vor Prüfungen oder einem Vorstellungsgespräch?
Unbedingt der Neigung entgegentreten, aus Angst den Termin zu meiden. Und gezielt Selbstvertrauen trainieren: sich der eigenen Stärken besinnen, Schwächen akzeptieren. Denn man kann nicht immer alles perfekt machen. Man soll sich auch dafür belohnen, wenn man sich zum Termin getraut hat selbst, wenn der nicht super lief.

Quelle: Dr. Henriette Meyer, Dr. Franziska Einsle, Professor Frank Schneider

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